nur anders
gestern zdf-bericht über messies. ein freiberufler, eine akademikerin, völlig 'normale' leute eigentlich, leben in vermüllten wohnungen. die krankheit, vor jahrzehnten unbekannt oder verheimlicht, hat inzwischen etwas vom tabu verloren, die bilder machen dennoch ratlos. heilung ist möglich, aber selten und kaum dauerhaft, denn das innere chaos der betroffenen verlangt ein entsprechendes äußeres. erstaunlicherweise sind diese menschen gepflegt und gut angezogen und haben ihre berufliche umgebung im griff. der zwang zur ordnung ist dort zu beherrschend. der wunsch, am sozialen leben, einer beziehung oder dem berufsleben durch angepasstes verhalten teilnehmen zu können, erzeugt jedoch einen so großen leidensdruck, dass nach und nach immer mehr aufgegeben wird und sie sich völlig zurückziehen. dabei sind sie nicht un-, sondern im gegenteil überstrukturiert und damit völlig überfordert, die selbst gestellten anforderungen an ordnung erfüllen zu können.
mir kommt das alles wohlbekannt vor. meine angst vor unordnung ist eigentlich das gleiche, nur andersrum. ich bin ständig auf der hut, dass mich das chaos nicht überrollt. unaufhörlich wälzt sich eine unüberschaubare lawine an gegenständen, papier, geschirr, abfall, kleidung, wäsche und schmutz durch mein leben, zusätzlich zur früher absolut gesetzten priorität des berufslebens. die dort zwingend notwendige und geforderte 'ordnung' hat mich nach jahrzehnten völlig ausgebrannt und die selbst auferlegte perfektion mir schließlich den job unerträglich gemacht. in meiner wohnung gibt mir der verordnete minimalismus die nötige sicherheit. beziehung und vertrauen, fehlanzeige.
lieber uv, das hätten wir uns damals, als du mir verschämt deinen 'makel' gebeichtet hast, auch nicht träumen lassen.
Bestimmt lachst du jetzt sehr. Ich denk an dich und umarm dich. Deine messie-nur anders-H.
mir kommt das alles wohlbekannt vor. meine angst vor unordnung ist eigentlich das gleiche, nur andersrum. ich bin ständig auf der hut, dass mich das chaos nicht überrollt. unaufhörlich wälzt sich eine unüberschaubare lawine an gegenständen, papier, geschirr, abfall, kleidung, wäsche und schmutz durch mein leben, zusätzlich zur früher absolut gesetzten priorität des berufslebens. die dort zwingend notwendige und geforderte 'ordnung' hat mich nach jahrzehnten völlig ausgebrannt und die selbst auferlegte perfektion mir schließlich den job unerträglich gemacht. in meiner wohnung gibt mir der verordnete minimalismus die nötige sicherheit. beziehung und vertrauen, fehlanzeige.
lieber uv, das hätten wir uns damals, als du mir verschämt deinen 'makel' gebeichtet hast, auch nicht träumen lassen.
Bestimmt lachst du jetzt sehr. Ich denk an dich und umarm dich. Deine messie-nur anders-H.
scarbo - 2009.11.04, 23:17
